Jedes Jahr im März lädt die Stiftung AEROSEUM in Göteborg zur Modellmesse.
Eine Veranstaltung in einem Museum ist schon ungewöhnlich. Aber dieses befindet sich in einem ehemaligen Flugzeughangar tief unter der Erde. Der Flugplatz Säve war ein großer Stützpunkt zur Überwachung der Seegebiete von Kattegat und Skagerag. In einen Ausgang stand immer ein abflugbereiter Jet, der innerhalb von zwei Minuten in der Luft sein konnte. Nach Ende des kalten Krieges wurden einige dieser Anlagen aufgegeben. Daraufhin fanden sich engagierte Bürger zusammen um die Geschichte dieses Ortes bekannt zu machen und das militärhistorische Erbe Schwedens zu bewahren.
Im AEROSEUM finden über das Jahr verteilt zahlreiche Aktivitäten statt. Man legt sehr viel Wert auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Viele Dinge dürfen angefasst und ausprobiert werden. Folglich gab es jede Menge Mitmachaktionen für Kinder und Eltern.
Wir reisten wie schon einige Male vorher mit der Fähre von Kiel an. Zur Einstimmung auf die Messe gab es beim Auslaufen schon mal ein echtes U-Boot an der Pier von TKMS zu sehen. Göteborg empfing uns dieses Mal mit Sonnenschein und ohne aufwändige Zollkontrolle sodass wir uns zügig und ohne Baustellen Richtung Aeroseum fahren konnten. Auf dem Weg konnten wir sehen wie sich die 800 km Abstand zwischen HM und Göteborg in der Natur bemerkbar machen. Bei uns blüten die Osterglocken und auf den großen Parkplätzen der Firma Volvo lagen noch riesige Mengen Schnee aufgeschüttet.
Am Museum angekommen fuhren wir gleich den langen Weg abwärts um 30m unter der Erdoberfläche im Hangar anzukommen. Wir waren ja schon mal da und mit den Abläufen vertraut. Kaum war der Motor aus, kam schon ein Helfer und wollte beim Ausladen helfen. Einfach toll.
Die Kollegen vom Modellbauklub LA SCALA hatten schon die Tische rund um den Pool aufgestellt und wir konnten uns einen Platz aussuchen. Aber erstmal ging es zur Anmeldung, was in unserem Fall heißt: Alexandra suchen, die Projektleiterin. Dabei trafen wir auch gleich auf Roger den Vorsitzenden der Stiftung AEROSEUM und Tina die Museumsdirektorin und wurden herzlich begrüßt.
Nachdem Aufbau wurde der Camper am museumseigenen Stellplatz geparkt. Anschließend erkundeten wir die Umgebung. Leider wurde der Flugplatz geschlossen und wird sich in ein Industriegebiet verwandeln, doch dazu später mehr.
Da wir sehr früh da waren hatten wir reichlich Zeit mit vielen bekannten Modellbauern zu sprechen. Die Kollegen von den Minipanzern kennen wir inzwischen recht gut.
Natürlich gab es eine Minibaustelle, eine Crawlerstrecke, eine Indoor-Rennstrecke und einen Bereich für die Flugvorführungen. Die Verbrenner Buggys fuhren natürlich draussen. Alle Teilnehmer boten reichlich Aktionen zum mitmachen an. Bei den Schiffen hatten die Göteborger Kollegen ihre Fischerboote mitgebracht.
Händler gab es leider nicht sehr viele, die schwedische Szene ist sehr klein und wie bei uns können Händler kaum überleben.
Am Samstag, dem Hauptmessetag gab es erst mal den obligatorische Sicherheitsvortag, unter der Erde sind die Fluchtwege halt weit. Danach wurde es schnell sehr voll, viele Familien mit Kindern strömten ins Museum. Wir hatten zahlreiche Interessierte Gesprächspartner. Man merkt das es viele technische Arbeitsplätze bei Volvo und Saab im Umfeld gibt.
Samstagmorgen stießen dann auch noch Teilnehmer aus Stockholm und Malmö zu uns.
Es wurde voll im Pool. Wir hatten zwei kleine Boote fürs Becken mitgebracht. Abborren und Blekinge sind einfach zu groß.
Abends hatte Alexandra ein Essen für die Aussteller organisiert. Praktisch, man konnte sich noch ein wenig mit den anderen Ausstellern austauschen und brauchte nicht noch im Camper oder Wanderheim kochen.
Sonntag war es etwas ruhiger, da dieser Tag in Schweden der Familieneinkaufstag ist. Trotzdem hatten wir gut zu tun.
Abends wurde schnell eingepackt und die Modellbaufreunde verabschiedeten sich in Richtung Heimat. Wir blieben noch eine Nacht da unsere Fähre von Malmö erst Montag Nachmittag ging. Was wir bis dahin nicht wussten war die Tatsache das wir das ganze Museumsgelände für uns allein hatten. Museumschefin Tina hatte beschlossen den restlichen Abbau nicht wie sonst üblich am Montag zu machen. Alle Mitarbeiter hatten frei.
„Ihr könnte gerne bleiben aber das Hauptor ist verschlossen und ihr müsst am Montag über die nebenan liegende Baustelle am Flugplatz rausfahren “ . Nach einer sehr ruhigen Nacht machten wir uns auf den Weg, immerhin hatten wir ein Foto auf dem der Weg eingezeichnet war. Es ist schon komisch wenn du dich plötzlich auf einer 2000m langen Landebahn befindest und auf den Tower zufährst.
Es kommt kein Flieger, der Platz wird inzwischen als Abstellplatz für LKW-Auflieger genutzt. Die Ausfahrt führte uns noch an einem zweiten Bunker unter dem Tower vorbei.
Die Finnlines Fähre bescherte uns eine ruhige Überfahrt und die nächtliche Autobahn war angenehm leer.
Vielen Dank für die nette Betreuung an Tina, Alexandra und Roger. Dank an die Freunde von LA Scala für eure Arbeit und das Abendessen.

Every year in March, the AEROSEUM Foundation in Gothenburg invites visitors to its model fair. Hosting an event in a museum is already unusual, but this one is located in a former underground aircraft hangar. The Säve Air Base was once a major military installation. At one exit, there was always a jet ready for takeoff, capable of being airborne within two minutes. After the end of the Cold War, some of these facilities were abandoned. Dedicated citizens then came together to share the history of this place and preserve Sweden’s military heritage.
Throughout the year, the AEROSEUM hosts numerous activities, with a strong focus on engaging children and young people. Many exhibits are hands-on, allowing visitors to touch and try things out. As a result, there were plenty of interactive activities for children and parents.
As we had done several times before, we traveled by ferry from Kiel. To get us in the mood for the fair, we spotted a real submarine at the TKMS pier as we departed. This time, Gothenburg welcomed us with sunshine and without lengthy customs checks, so we could quickly and smoothly drive toward the AEROSEUM—no construction delays. Along the way, we noticed how the 800 km distance between [your location] and Gothenburg affects nature: while our snowdrops were in bloom, the large parking lots of Volvo were still piled with huge amounts of snow.
Upon arriving at the museum, we drove down the long ramp to reach the hangar, 30 meters below ground. We had been there before and were familiar with the procedures. As soon as we turned off the engine, a helper approached to assist with unloading—simply wonderful. The colleagues from the LA SCALA model club had already set up tables around the pool, and we could choose our spot. But first, we had to register, which in our case meant finding Alexandra, the project manager. Along the way, we also met Roger, the chairman of the AEROSEUM Foundation, and Tina, the museum director, who warmly greeted us.
After setting up, we parked our camper at the museum’s designated spot. Then, we explored the surroundings. Unfortunately, the airbase has been closed and is being transformed into an industrial area—but more on that later.
Since we arrived early, we had plenty of time to chat with many familiar model builders. By now, we know the colleagues with the mini tanks quite well. Of course, there was a mini construction site, a crawler track, an indoor racing track, and an area for flight demonstrations. The nitro buggies, of course, were driven outside. All participants offered plenty of hands-on activities. The colleagues from Gothenburg had even brought their fishing boats.
Unfortunately, there weren’t many vendors—the Swedish scene is quite small, and, as with us, vendors struggle to survive. On Saturday, the main fair day, there was the obligatory safety briefing (after all, escape routes are long in the underground). After that, it quickly became very busy, with many families and children streaming into the museum. We had many interesting conversations. You could tell that there are many technical jobs in the area, especially at Volvo and Saab.
On Saturday morning, participants from Stockholm and Malmö also joined us.
The pool was completely full wih models. We had brought two small boats for the basin, but Abborren and Blekinge were simply too big.
In the evening, Alexandra had organized a meal for the exhibitors. It was practical—you could still chat a bit with the other exhibitors and didn’t have to cook in the camper or hostel.
Sunday was a bit quieter since it’s family shopping day in Sweden. Still, we had plenty to do.
In the evening, we quickly packed up, and the model-building friends went home. We stayed one more night because our ferry from Malmö wasn’t until Monday afternoon. What we didn’t know at the time was that we had the entire museum grounds to ourselves. Museum director Tina had decided not to do the usual dismantling on Monday as she normally would. All the staff had the day off.
“You’re welcome to stay, but the main gate is locked, and you’ll have to leave on Monday via the construction site next to the airfield,” she said. After a very quiet night, we set off—at least we had a photo with the route marked on it. It’s quite strange when you suddenly find yourself on a 2,000-meter-long runway, driving toward the control tower.
No planes were coming; the airfield is now used as a parking lot for truck trailers. The exit took us past a second bunker beneath the tower.
The Finnlines ferry gave us a peaceful crossing, and the highway at night was pleasantly empty.
A big thank you to Tina, Alexandra, and Roger for the wonderful support. And thanks to the friends from LA Scala for your work and the dinner.





























